Seit dem neuen Schuljahr 2016/17 bin ich zusammen mit einer Kollegin als Schulmediatorin über die Mediationszentrale München (MZM – Arbeitskreis Schulmediation) neben dem Gymnasium an einer Münchener Grundschule tätig. Auch hier hat sich die Schule entschlossen, das Angebot der MZM wahrzunehmen, externe Mediatoren bei sich zu engagieren um Konflikte innerhalb der Schulgemeinschaft mithilfe von Mediation zu lösen.

Mediation an Grundschulen ist meiner Auffassung nach geleitet von zwei Grundgedanken:

Wir möchten an Schulen innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft generell ein Klima des gemeinsamen Gesprächs etablieren.

Unterschiedliche Gruppen treffen aufeinander: Lehrer, Eltern und Schüler.

An jede dieser Gruppen werden gemäß ihrer Rollen unterschiedliche Erwartungen gestellt. Diese zu erfüllen ist nicht immer einfach.

✓ Lehrer haben mit vielen, sehr verschiedenen Kindern zu tun, die sowohl im Leistungsstand aber auch in ihrem Charakter und ihrer häuslichen Prägung alle das Ihre einbringen und leben.

✓ Eltern wollen, wie man so schön sagt, das Beste für Ihre Kinder. Was ist das? Nicht immer sehen sie dies im Wirken des Lehrers – und manchmal auch ihrer Kinder -verwirklicht. An dieser Stelle wird es schnell emotional und der Ton scharf.

✓ Schüler müssen gerade an der Grundschule mit Eintritt in die Schule lernen, sich an Struktur, Zeit- und Leistungspläne zu halten. Sie spüren die Erwartungen, die an sie gestellt sind und reagieren sehr unterschiedlich darauf.

Wir möchten die Kinder darin unterstützen, ihre Konfliktkompetenz zu erweitern.

Ich bin überzeugt, dass Kinder die meisten ihrer Konflikte selber lösen können, selbst wenn es dabei in den Augen der Erwachsenen manchmal hoch hergeht.

Ich halte Konflikte und Streitereien unter Kindern für ihr soziales Lernen sogar für notwendig. Und meiner Beobachtung nach, sind die „Selbstheilungskräfte“, d.h. nach Streitereien wieder in Versöhnung zu kommen, meist sehr aktiv und gesund.

Was dafür notwendig ist, ist ihnen ihre eigene Zeit und ihren eigenen Raum zu lassen.

Gerade aber im Raum Schule, wo die Kinder viele neue Kompetenzen erwerben müssen, Ansprüchen und Leistungen gerecht werden sollen, reagieren sie im sozialen Verband, der ja auch groß und nicht „selbst ausgesucht“ ist, immer wieder mit Auseinandersetzung und Streit.

Zeit ist an Schulen Mangelware und individuell nutzbare Zeit erst recht! 

In der Mediation erleben die Kinder, dass Gefühle spürbar und benennbar sind. Und dass die Welt des anderen durchaus anders aussehen kann. Sie erleben einen Raum, in denen sie mit ihren Gefühlen sein dürfen.

Das führt zu Entlastung von Druck und Stress.

Ich bin gespannt, wie sich die Dinge entwickeln…

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